Grussworte

Franziskus und Corona: Das Wesentliche vom Unwichtigen unterscheiden

Regionalbischof Axel Piper
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Weniger ist mehr, sagt Franziskus ins 21.Jahrhundert hinein. Oder: Werde wesentlich! Ich habe ja doch die Hoffnung, dass uns Corona wieder näher an den Grundsatz des Franziskus gebracht hat: Weil viele in der Krise gelernt habe das Wesentliche vom Unwichtigen zu unterscheiden. Wesentlich, weil zu Wesen des Menschen gehörend: Liebe Freundschaft, Kontakte, Glaube, Zuversicht.

Der franziskanische Aufbruch in eine neue Zeit

Prof. Dr. Martin Kaufhold
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Prof. Dr. Martin Kaufhold
Historischer Wandel beginnt oft unspektakulär. Als die ersten Franziskaner vor 800 Jahren Augsburg erreichten - hungrig, neugierig, auch besorgt -, begann ein neues Kapitel in der Geschichte Europas. Die Franziskaner waren eine neue Bewegung, die schon bald die städtische Jugend in ganz Europa faszinieren sollte. Ein einfaches Leben nach dem Vorbild des Evangeliums war ihr Programm. Damit trafen die Franziskaner einen Nerv der Zeit. Sehr viele Menschen schlossen sich ihnen an oder unterstützten sie. In vielen mittleren und allen großen Städten entstanden schon bald franziskanische Kirchen und Konvente, gebaut mit Spenden aus der Bevölkerung.
Die Franziskaner waren nicht ortsfest, sie zogen umher, von Konvent zu Konvent. Von Augsburg nach Köln, von Paris nach Erfurt, und immer wieder nach Assisi, nach Italien. Es entstand ein barfüßiges Netzwerk bewegter und mitunter brillianter Geister.

Mutmachende Erinnerung

P. Dr. Cornelius Bohl
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P. Dr. Cornelius Bohl

Vor 800 Jahren kommen meine Brüder aus Assisi nach Deutschland. Ich stelle mir vor, ich käme mit ihnen ins Gespräch …

Ihr habt damals eure vertraute Heimat verlassen und seid in unbekanntes Neuland aufgebrochen. Wir heute suchen auch neue Wege – und denken oft insgeheim, es müsse doch alles irgendwie so weitergehen wie bisher. Ihr habt euch auf den Weg gemacht.
Mobilität ist auch ein Zeichen unserer Zeit. Aber ich erlebe auch Unbeweglichkeit und Erstarrung, nicht zuletzt in der Kirche.

Gab es niemand unter euch, der auf Nummer sicher gehen wollte? Schließlich seid ihr mit eurem Weg über die Alpen eine Menge Risiken eingegangen …

Zweierlei scheint euch trotz aller Unsicherheiten klar: Wir werden auch jenseits der Alpen Menschen begegnen. Und wir haben ihnen etwas zu bringen.